Allianz für Zivildienst gegen dramatische Versorgungslücke

01.05.2026

Weniger Zivildiener und mehr ältere Personen: die entstehende Versorgungslücke ist eine dramatische Folge der demografischen Entwicklung für das Sozial- und das Gesundheitswesen. Daher soll der Zivildienst verlängert werden, fordert die am 1. Mai gestartete Allianz für Zivildienst.

Weniger Jugendliche, mehr Personen über 65 Jahren

Die Allianz für den Zivildienst wurde von Familienministerin Claudia Bauer angekündigt, mit Daten und Fakten aus dem Bundeskanzleramt unterlegt und von der Volkspartei gestartet.

Ab 2040 sind ein deutlicher  Mangel an jungen Männern bei gleichzeitigem Anstieg der Personen über 65 Jahren um eine halbe Million zu verzeichnen. „Das ist keine politische Meinung sondern das sind demografische Fakten“, hatte Bauer am Tag vor dem Start der Allianz erklärt.

Diese startete am 1. Mai als Online-Plattform.

Zeigt Leistungen der Zivildiener: Allianz für Zivildienst (Screenshot)

Zeigt Leistungen der Zivildiener: Allianz für Zivildienst (Screenshot)

Zivildienst in den Bundesländern

Mit Zahlen wird die Frage beantwortet, welche Auswirkungen die sinkenden Zivildiener-Zahlen auf die Bundesländer haben:

Kärnten ist der demografische „Worst Case“: Die Zahl der Zivildiener sinkt bis 2042 um rund ein Fünftel (-21 %), während die über 65-jährige Bevölkerung um mehr als ein Drittel (+35 %) wächst. Schon heute ist dort nur rund 79 % des Bedarfs an Zivis gedeckt. Bereits jetzt fehlen über 150 Zivildiener, 2042 werden es fast 300 sein.

Daten zeigen Sparten, in denen Zivildiener im Einsatz sind. Quelle: Bundeskanzleramt

Daten zeigen Sparten, in denen Zivildiener im Einsatz sind. Quelle: Bundeskanzleramt

Vorarlberg altert am schnellsten. Bis 2042 wächst die Gruppe 65+ um fast 40 %. Gleichzeitig stagniert die Zahl der Zivildiener (-3 %). Heute kommen dort rund 90 Seniorinnen und Senioren auf einen Zivildiener, in Zukunft werden es rechnerisch deutlich über 120 sein. Die Unterstützung pro Kopf schrumpft massiv.

Besonders extrem ist diese Entwicklung im Burgenland: Kommt heute ein Zivildiener auf 179 Pensionistinnen und Pensionisten, sind es 2042 bereits ein Zivildiener auf 307. Das entspricht einer Steigerung um 72 %.

Wien hat mit fast 3.500 Zivildienern die mit Abstand meisten Helfer, über 1.200 davon im Rettungswesen sowie jeweils rund 1.000 in der Sozial- und Behindertenhilfe bzw. in der Altenbetreuung. Fällt hier jeder siebente weg, fehlen der Stadt auf einen Schlag über 400 junge Kräfte. Allein im Rettungsdienst entspricht das einem Ausfall von rund 150 Zivildienern.

Salzburg und Steiermark: In beiden Bundesländern arbeiten besonders viele Zivildiener im Sozial-, Behinderten- und Pflegebereich. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Zivildiener bis 2042 um rund 13 % in der Steiermark bzw. 17 % in Salzburg, während die Zahl der Seniorinnen und Senioren um rund 30 % steigt. Die fehlenden Zivildiener treffen genau jene Bereiche, die mit der Alterung der Gesellschaft deren Bedarf stärksten wächst.

Die Lösung liegt, so Bauer, in einer Verlängerung des Zivildienstes, parallel zur Verlängerung des Wehrdienstes wie von der Reformkommission vorgeschlagen, denn

  • mehr Zeit bedeutet mehr Qualität im Zivildienst,
  • durch eine Verlängerung auf bis zu 12 Monate wären nahezu 4.000 Zivildiener mehr in Einsatz,
  • nur so kann die Lücke von geburtenschwachen Jahrgängen und gleichzeitig alternder Gesellschaft geschlossen werden.

Informationen und Unterstützung auf der Seite: allianzfuerzivildienst