270 Millionen Euro für Transformation der Industrie

08.05.2026

Die Bundesregierung stellt 270 Millionen Euro für die Transformation der heimischen Industrie bereit. Der entsprechende Fördercall startet am 8. Mai 2026 und richtet sich insbesondere an energieintensive Branchen wie Stahl, Papier, Glas und Chemie, wie Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer in einer Aussendung des Wirtschaftsressorts  bekanntgab. Hintergrund sind wachsender Wettbewerbsdruck durch hohe Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und internationale Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern.

270 Millionen auf zwei Schienen

Das 270 Millionen Euro Förderpaket gliedert sich in zwei Schienen: 140 Millionen Euro stehen als Investitionszuschüsse für nachhaltige Technologien zur Verfügung, weitere 130 Millionen Euro als Transformationszuschüsse zur Abfederung von Mehrkosten beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Die Vergabe erfolgt in einem wettbewerblichen Verfahren – bewertet werden CO2-Einsparung, Wirtschaftlichkeit und Projektreife. Der Call läuft bis 17. September 2026.

Hattmannsdorfer: „Unsere Antwort heißt Modernisierung“

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer machte die strategische Stoßrichtung deutlich: „Energieabhängigkeiten werden zunehmend zu einem Wettbewerbsrisiko für Europa und den Standort Österreich. Genau deshalb verfolgen wir einen klaren Kurs: Abhängigkeiten reduzieren, Versorgung absichern und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie stärken. Mit dem neuen Fördercall über 270 Millionen Euro unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Produktion zu modernisieren, unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden und industrielle Wertschöpfung langfristig in Österreich zu halten. Unsere Antwort auf hohe Energiepreise heißt nicht Deindustrialisierung – unsere Antwort heißt Transformation und Modernisierung.“

Unterstützung für Hattmannsdorfer aus Wirtschaft und Forschung

Rückendeckung bekommt Hattmannsdorfer aus der Wirtschaftsforschung. WIFO- und ASCII-Experte Klaus Friesenbichler betonte, dass stabile Energiepreise keine Selbstverständlichkeit mehr seien: „Energieabhängigkeiten und geopolitische Risiken wirken sich heute direkt auf Investitionen, Wachstum und industrielle Wettbewerbsfähigkeit aus. Gerade energieintensive Branchen stehen dadurch massiv unter Druck.“

Auch die Industriellenvereinigung begrüßt das Signal. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer verwies auf den doppelten Druck, unter dem die energieintensive Industrie derzeit stehe. Hohe Energiepreise und massive Transformationskosten träfen gleichzeitig aufeinander. Der neue Fördercall sei „ein wichtiger Baustein für die aktuellen Herausforderungen“, ergänzt durch Maßnahmen wie das Strompreiskostenausgleichsgesetz und den geplanten Industriestrompreis.

Paket mit Investitionseffekt

Das Programm kann bereits auf Interesse und Erfolge verweisen: Seit seinem Start wurden 16 Projekte unterstützt, dabei Gesamtinvestitionen von rund 1,4 Milliarden Euro ausgelöst und rund 32 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Zu den bisherigen Förderempfängern zählen Holcim mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro, Lenzing mit 45,6 Millionen Euro sowie Novartis mit 16,7 Millionen Euro.

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